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Kulturstipendium der Stadt Karlsruhe 2020

bis 30/10/2022

Ulrich Okujeni, Surf or fail, 2022 © Ulrich Okujeni

Ulrich Okujeni. Imaginary Island

Kleinformatige Zeichnungen, Mittelformate aber auch Leinwände, die zwei auf drei Meter messen: wie der Ausstellungstitel »Imaginary Island« verspricht, bedient sich die frei-gestische Malerei und Zeichnung Ulrich Okujenis des Bildes als einer Insel der Imagination, umgeben von der Wirklichkeit. Vegetative, organische Formen, Farbflächen und Linien bilden mal eine schwimmende Insel, sich auftürmende Wellen bei untergehender Sonne und dann vielleicht wieder eine Gartenszene. An anderer Stelle wird es figurativ mit kauernden, aus Farbflächen zusammengesetzten Menschen oder aber nur mit deren comic-haften Händen, die gestikulierend in einem wilden Farbformen-Raum schweben. Dem Assoziationsspiel sind beim Betrachten von Okujenis Arbeiten keine Grenzen gesetzt. Der Künstler lässt dabei nicht nur Raum für gedankliche Leerstellen, auch formal bleiben auf Papier und Leinwand unbearbeitete Flächen zurück, die im kongenialen Zusammenspiel mit Linien, Formen und Farben eskapistische Kompositionen ergeben. Mitunter überlagert Okujeni diese durch abstrakte Farbstriche, Flecken und Graffiti-artige Schmierereien und erzeugt so ein Spannungsfeld zwischen Zivilisation und Primitivem, zwischen Gegenwart und Tradition.

Das Bild zeigt das Werk "Money" von Johanna Wagner

Johanna Wagner. fool for a plant

In ihren aktuellsten Arbeiten, die gleich zu Beginn am Treppenaufgang präsentiert werden, inszeniert Johanna Wagner unsere Erde und ihre Biosphäre als Lebewesen, wie sie Mitte der 1970er-Jahre von den Naturwissenschaftler*innen Lynn Margulis und James E. Lovelock im Rahmen der Gaia-Hypothese beschrieben wurde. Die Fotografien, Videoarbeiten und Keramiken offenbaren dabei die tiefgründige, aber auch humorvolle Arbeitsweise der Künstlerin. Küchenrezepte flüstern, Bohnen brechen und rhythmisch Rettich reiben: die ASMR*-Music-Video-Cooking-Show »Bloom ‘n Broom« wiederum verbindet Performance, Video, Tanz, Musik mit der Verarbeitung von Obst und Gemüse. Die Kooperation der Künstlerinnen Johanna Wagner und Ayla Pierrot Arendt, die 2021 im Rahmen der Reihe TRACKS im Kulturzentrum Tempel Karlsruhe entstanden ist, öffnet Handlungs- und Gedankenräume, in denen Themen wie Natur, Fortpflanzung und Diversität thematisiert werden. Die Frage nach Bewegung und Form im Raum ist schließlich Gegenstand der Arbeiten »Wavebreaker«, »Ant Dance« und »Bewegte Teile«. In Noppenschaum gekleidet, posiert die Künstlerin hier in tänzerischen Figuren, choreografiert die Bewegung organischer Formen im Raum und verarbeitet diesen »Ameisentanz« schließlich fotografisch.

Das Karlsruher Kulturstipendium wird alle zwei Jahre im Wechsel an Absolvent*innen der drei künstlerischen Hochschulen in Karlsruhe – Hochschule für Musik, Staatliche Akademie der Bildenden Künste und Staatliche Hochschule für Gestaltung – verliehen. Die Stipendiat*innen werden auf Vorschlag der jeweiligen Institution ausgewählt. Ziel dieser finanziellen Unterstützung ist es – so das Kulturamt der Stadt Karlsruhe – den Künstler*innen und Musiker*innen im Anschluss an ihre Ausbildung eine Arbeitsmöglichkeit in Karlsruhe zu bieten, Stadt und Hochschulen enger zu verknüpfen und den Ruf Karlsruhes als Stadt der Künste weiter zu festigen.

Das mit 20.000 Euro dotierte Kulturstipendium der Stadt Karlsruhe wurde im Jahr 2020 Ulrich Okujeni und Johanna Wagner zugesprochen. Beide erhielten ihre künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe: Johanna Wagner, geboren 1983 in Burglengenfeld/Deutschland, studierte von 2008 bis 2014 an der Karlsruher Kunstakademie bei Prof. Corinne Wasmuht und Prof. John Bock. 2015 war sie Meisterschülerin von Corinne Wasmuht. Ulrich Okujeni, geboren 1985 in Zaria/Nigeria, studierte von 2008 bis 2014 bei Prof. Silvia Bächli, deren Meisterschüler er 2015 war.

02. September 2022, Stadt Karlsruhe

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